Produktionsnotizen Volcom DamnAM, Portugal

Nachdem der Skatepark in Amsterdam leider platt gemacht wurde, um mehr Platz für Yuppiewohnungen und irgendwelchen anderen Quatsch zu schaffen, musste die europäische Edition des DamnAM Contest von Amsterdam, Holland nach Lissabon, Portugal umziehen. Also packten Jan-Malte und ich unsere Cases und verschifften diese und uns selbst vom 16.-21. July nach Cascais.
Diesmal also keine Frikandeln, Huren und Dealergesocks sondern Beachlife im Monacostyle mit Ferraris, hochgestellten Polohemdkragen, vielen Rentnern und einer Truppe Skaterats. Cascais ist ein kleines Küstenstädtchen, 45 Km von Lissabon entfernt und hat durch die felsige Küste und die kleinen Strände den Charme eines Fischerdorfs, welches von Touristen überrannt wurde. Viele dicke Hotelbauten neben sehr alter und klassischer Architektur in Form von Häusern an denen der Zahn der Zeit nagt.
Städtetrip mäßig war es eine witzige und sehr positive Erfahrung. Wir haben die Gastfreundschaft der Portugiesen genossen. Vor allem habe ich mich aber über die Taxifahrer gefreut, die immer wieder neue kreative Wege gefunden haben uns über viele verschiedene Routen ans Ziel zu bringen und dafür immer verschiedene Beträge fällig waren. Natürlich hatten sie nie Kleingeld dabei und somit rundeten wir die Beiträge immer fleißig auf. Da das Taxifahren in Portugal sehr günstig ist (ca. 1/3 von unseren Preisen) war das auch OK.

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Aber wir waren ja nicht zum Taxifahren nach Cascais gekommen.

Der Skatepark in Cascais ist eine Nummer für sich. Das Design des Parks und die Qualität der Obstacles sind herausragend und zumindest ich habe sowas zum ersten Mal gesehen. Bei der ersten Begehung am Mittwoch mussten wir uns intensiv mit den Kamerastandpunkten beschäftigen, um alle Hotspots des Parks in die Kisten zu kriegen. Die erste Idee, einen großen Kamerakran in die Fläche zu bauen, haben wir wieder verworfen, da sich die Kamerakräne meist zu träge verhalten. Zudem haben wir zwar ein professionelles Rentalhouse in Lissabon aufgetan – Bei deren Servicequalität sich die deutschen Verleiher mal eine Scheibe abschneiden könnten (Lieferservice / Top Preise / Top Equipment) – aber leider wussten wir da noch nicht, was für eine Crew uns erwartet. Wir ziehen die Volcom Produktion mit lokalen Kameramännern durch, da wir die Szenen Vorort einbinden wollen und Skateboardfilmer an den Kisten brauchen, die Contest Abläufe verstehen und die sportlichen sowie ästhetischen Aspekte des Sports einfangen können. Der Kranplan wurde also verworfen und stattdessen stellten wir einen Cherrypicker am Rande des Skateparks auf – was dann auch der wichtigste Kamerastandpunk des Wochenendes wurde.
Während wir auf und am Parcour mit JVC GY-HN700 Mühlen und Canon 5.5-100er Powerzooms arbeiten, packten wir unsere Sony PMW 200 oben in den Kirschenpflücker, da dieser nur begrenzt Raum bot.
Auf die Fläche haben wir Ivan mit einer Panasonic HPX 250 inkl. des Extreme Fisheye von Century Optics geschickt. Seine Aufnahmen wurden uns mit einer Teradek Bolt HDSDI Funkstrecke in die Bildregie gesendet und bis auf wenige hitzebedingte Ausfälle funktionierte das sehr gut.

Grade am Carlsbad Gap und dem großen Handrail konnten wir so schicke Fisheye Shots reinholen und die Kamera immer dorthin schicken, wo grade die Action abging. Das einzige Problem war hierbei, dass die Kamera / Optik Kombi sehr weiche Bilder macht und die Panasonics immer einen sehr warmen Touch haben. Dafür ließen sich die JVCs gut mit der Sony mischen und unsere kleine mit dem Halbzöller machte sich hervorragend zwischen den JVCs mit Broadcast Optiken. Je später der Abend wurde desto kontrastreicher wurden die Bilder und die starke Abendsonne brachte die Chips ans Limit. Besonders stark zeigte sich das an der GoPRO 3 die wir für die Livestream Moderatoren über einem Monitor befestigt hatten. Da war einfach irgendwann Feierabend. Aber selbst unsere Canon 6D mit der wir die Making of Bilder geschossen haben war am Limit. Genug gemeckert, am meisten habe ich mich über die Shots aus dem Cherrypicker gefreut und bei Totalen / Establisher Shots konnten wir wunderbar den Atlantik im Hintergrund sehen.

Auch der Ton ist bei so einer Produktion eine wichtige Komponente. Grade bei bis zu fünf Moderatoren, Liveinterviews und Feld-Ton ist es Sinnvoll sich Papier und Stift zu schnappen um das Signalrouting aufzumalen. Aufgrund der relativ kleinen Crew habe ich mir sämtliche Mikrosignale über 3 Mischpulte (2 Livestream Moderatoren + Gast / 2 Live Moderatoren / DJ / Feld-Ton) vorgemischt und über die Behringer Splitter / Mixer Kombi ins Black Magic Atem Production Studio4K geroutet. Ich musste nur jeweils den richtigen Channel am Splitter heiß schalten und dann irgendwann wieder abdrehen. Das war easy und wenn man keinen Tontechniker am Set hat sind mutebare einzelne Kanäle dein bester Freund. Bis auf einige kleine Patzer – in einem Commercial Reel war der Feld-Ton einer Kamera zu hören – hat das wunderbar funktioniert.

Die zweite nicht weniger wichtige Audioebene sind die Kommunikationswege zwischen Kameracrew, Regie und Moderatoren sowie Runner und Techniker.
Diese mussten wir aufgrund der örtlichen Gegebenheiten über Walky Talkys mit In-Ear Monitoring regeln. Es fehlte uns schlichtweg die Zeit ein vernünftiges Interkom System in Lissabon aufzutreiben. Die Verleiher in Deutschland kamen für dieses Projekt nicht in Frage und so nutzen wir unsere Walky Talkys die dann auch erstaunlich gut funktionierten.

Kommunikation ist alles. Das gilt grade bei einer Liveproduktion, bei der es viele Einsätze zu koordinieren gibt und wir keinen wirklichen Showrunner haben. Alles passiert in unserer Bildregie über mich und Will Graham von Volcom. An dieser Stelle muss ich auch mal ein Dankeschön an unsere Freunde von Volcom raushauen: Will & Jeb: You Guys rock and its a pleasure to work with you on the Volcom Events all over Europe! Die Jungs sind immer tiefenentspannt und lassen uns fast alle produktionstechnischen Entscheidungen treffen. Es ist jedes Mal wieder eine Herausforderung, unter unbekannten lokalen Bedingungen und überschaubaren Budgets, dass maximale an Production Value rauszuholen. Keine Frage, sind das aber auch die Produktionen bei denen wir am meisten lernen. In einer perfekten Welt zuhause, wo man sein Netzwerk nutzen kann, ist es relativ einfach eine Produktion zusammenzudengeln. Im Ausland ist es jedes Mal ein absolutes Abenteuer und immer wieder eine neue Herausforderung. Deswegen sind das auch tolle Momente wenn man den Hammer fallen lässt und man wieder merkt: Das haben wir wieder ein Stück besser gemacht als letztes mal.
Wir haben an diesem Wochenende in Portugal eine Menge gelernt, viele nette Leute kennenlernen dürfen und das Land, das tolle Essen sowie die herzliche Gastfreundschaft genießen dürfen.

Obrigado Portugal: Been there – done that!

Jetzt freuen ich mich schon auf die nächste Produktion im September! Da gehts mit Volcom ins Baskenland.

Mehr Making of Fotos gibt es auf unserer Facebook Seite zu sehen!

IMG_0955Anne Waterkant

IMG_0958Cruisen

IMG_0987Mood

IMG_1043Park overview

IMG_1074Superbier

IMG_1089Room with a view

Bildschirmfoto 2014-07-18 um 13.18.21Looks like a plan.

Bildschirmfoto 2014-07-18 um 13.20.13Wat is los ?

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 15.11.01Cameraboy & Girls.

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.12.35Cherrypicker zwischen Beinen.

 

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.12.44Prizes Prizes Prizes

 

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.13.21Den Adler hätte ich gerne mitgenommen.

 

 

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.13.30Truck ausladen #likeabaerty

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.13.43Wahnsinnige Routing Diagramm Schmiererei die ich jetzt selber nicht mehr verstehe. Hat aber funktioniert…

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.13.56Nassim im epic Gegenlicht, aus der Hüfte mit dem Iphone geschossen.

 

Bildschirmfoto 2014-07-28 um 16.14.17I fucking miss you Cascais!

https://www.facebook.com/parquegeracoes – Die Facebook Seite vom Park in Cascais.

http://www.volcom.com/ Highlights und der archivierte Livestream.

http://www.piratelove.de

 

PARKWAY DRIVE – Druck auf dem Kessel !

PARKWAY DRIVE gehören seit der ersten Show auf dem Vainstream 2011 zu meinen Livefavoriten. Ich glaub das war neben Slayer der krasseste Act den wir vor der Kamera hatten. Soviel positive Energie, soviel Drive, soviel Spaß. Fucking hell haben die Druck auf dem Kessel ! Hier das neuste Livevideo vom Vainstream 2013:

Und noch weiter im Angebot:

Update !

5.1 Fahrvergnügen 2007

Bärty und ich sitzen 2006 bei einem Schnitzel in der Stadtwerkekantine von Münster zusammen und labern über Skatevideos in Deutschland. Wir sind mit der Situation nicht zufrieden. Da muss mehr gehen. Wieso nicht mit allen Skateshoe Marken zusammen ein Projekt auf die Beine stellen? Ein Projekt wo auch alle bis in die Zehenspitzen motiviert sind und die Filmer auch mal ein bischen Kohle sehen für die viele Arbeit -das ist mir damals nämlich gehörig gegen den Strich gegangen. Filmer haben für einen Part damals soviel Kohle bekommen wie ein Fotograf für 2 Fotos. Fand ich scheisse. Mit vollem Bauch haben wir das Konzept von 5.1 auf eine Serviette gekritzelt. Zwei Wochen später hatten wir das Team zusammen, alles finanziert und wir haben angefangen zu produzieren. Helge und Jochen von der Playboard waren verrückt genug und uns zu glauben dass wir in fünf Monaten ein erstklassiges Video produzieren können.

Ich weiss bis heute nicht wie wir das hinbekommen haben – aber ich schaue es mir immer wieder gerne an und erinnere mich an den Wahnsinn. Vor allem auch gerne an die Premiere hier in Hamburg. Ich glaub das haben wir ganz gut hinbekommen. Da die Parts nur vereinzelt auf Youtube zu finden waren gibt es hier jetzt das komplette Video. Danke für den Rip Heiko !

Und hier einmal das Bonusfootage mit dem 33 Stufen Handrail von Mack Mckelton! Fucking Hell.

Soundtrack: http://www.skatevideosite.com